THE WAR PRESENT – Die Spuren eines zukünftigen Krieges

“Kriegstüchtig” kommt nach “Kriegstreiberei” und vor “Kriegsverbrecher”

Verwendung des Wortes “kriegstüchtig” (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, DWDS)

Als Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am 5. Juni 2024 forderte, Deutschland müsse kriegstüchtig werden, gab es auffallend wenig Widerspruch und diesen zeitversetzt. Mir ging es anders. Ich war aufgebracht. Es war der Ausdruck, der Widerstand in mir erzeugte. Denn dieses Wort, da war ich mir sicher, hatte ich noch nie angewandt auf die Gegenwart und als Imperativ gehört. Und der Grund dafür schien mir eindeutig: Krieg war weder mit dem doch eher positiven Begriff des Tüchtigen zu verbinden, noch schien es in diesem Land jemals wieder ratsam, sich einem Kriegsstatus aktiv zu nähern.

Ich will an dieser Stelle nicht diskutieren, ob und wie die damalige und jetzt gegenwärtige Lage eine Militarisierung erfordert, ob es Alternativen gäbe und wie diese aussehen könnten. Was ich tue ist, die Spuren eines zukünftigen Krieges zu lesen. Denn “kriegstüchtig” kommt nach “Kriegstreiberei” und vor “Kriegsverbrecher”. Und das mag nicht nur einer lexikalischen Ordnung entsprechen.

“Kriegstüchtig” in der Abfolge der benachbarten Einträge (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, DWDS)

Unter der Überschrift THE WAR PRESENT – Die Spuren eines zukünftigen Krieges, sammle ich Beobachtungen aus dem Alltag.

[Das DWDS ist Teil des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (früher: Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) finanzierten Zentrums für digitale Lexikographie der deutschen Sprache (ZDL). Beheimatet ist das DWDS an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW). Wichtigster Ausgangspunkt sind die an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (bzw. ihren Vorgängereinrichtungen) erarbeiteten Wörterbücher und Korpora.]